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Alles rund ums Radfahren in Wiener Neustadt.


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Die kleine Mathe-Aufgabe

Der WNN-Radfahrer Hannes Höller, WNN 02/2014

Wie schaut es bei Ihnen mit Mathematik aus? Ich gebe zu, mein Lieblingsfach war es nicht. Die Variablen, dann die Schlussrechnungen und dann die vielen Formeln. Für mich gab es Spannenderes und leichter Nachvollziehbares sowieso. Da geteiltes Leid, halbes Leid ist, können Sie mir vielleicht bei folgender Rechnung helfen. Was kommt heraus, wenn man Wunsch mit Vorsatz zusammenrechnet. Kurz: Wunsch + Vorsatz = ?

Beginnen wir mal mit dem Wunsch. Ist ja nie zu spät für Neujahrswünsche. Ich wünsche Ihnen genau das, was sich die meisten NeustädterInnen wünschen. Sie werden sich vielleicht fragen, wie ich das so genau wissen kann. Ganz einfach, ich halte mich an die Ergebnisse der letzten BürgerInnenbefragung. Unter dem Titel profuturo wurden 2008 Frau und Herr Neustädter befragt.

Die Ergebnisse der damals groß beworbenen Zukunftsbefragung haben es sich verdient, wieder einmal aus der Schreibtischlade geholt zu werden. An Aktualität haben diese nämlich nichts eingebüßt. Also, was ist den NeustädterInnen am wichtigsten? Die richtigen Antworten: ruhiges Wohnen und schadstoffarme Luft. Und befragt nach „was würden Sie als BürgermeisterIn tun?“ landete auf Platz 1: Verkehrsprobleme lösen. Letzter Platz übrigens: Ausbau der Einkaufszentren. Jetzt rechnen wir noch den am häufigsten genannten Neujahrsvorsatz hinzu: Mehr Sport treiben. 

Auch ohne große Mathe-Kenntnisse werden Sie jetzt wahrscheinlich die Gleichung lösen können. In kurz: Wunsch + Vorsatz = Fahrrad. Der Umstieg vom Auto aufs Fahrrad macht das Wohngebiet ruhiger, sorgt gleichzeitig für bessere Luft. Mehr Platz und bessere Bedingungen für RadlerInnen sorgen zudem für weniger Verkehrsprobleme und flüssigeren Verkehr. Und mit ein paar Radalltagswegen in die Arbeit oder zum Einkaufen haben Sie auch gleich ihr tägliches Sportprogramm erfüllt.

Ich wünsche Ihnen im heurigen Radjahr, dass genau diese Rechnung auch für Sie aufgeht.


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Machen Sie eine Traumreise!

Der WNN-Radfahrer Hannes Höller, WNN 9/2013

Kennen Sie den? „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.“ Klingt doch fantastisch. Einfach das machen, was man immer schon machen wollte.

Das denken sich scheinbar viele. Deshalb gibt’s immer mehr Seminare und Bücher zu diesem Thema. Das WIFI bietet für Traumreisende Kurse wie „Meine Persönlichkeit im Spiegel“ oder „Veränderung als Chance – spielend zum Erfolg“. Leute, die lieber in den eigenen vier Wänden ins Träumen kommen wollen, haben im Buchhandel die Qual der Wahl.

Egal ob Seminar oder Buch, der Einstieg in die Traumwelt ist oft gleich. Zunächst geht es einmal darum, sich selbst zu finden. Die Alltagssorgen abzuschütteln. Versuchen wir es gleich einmal. Machen Sie es sich bequem, atmen Sie langsam und gleichmäßig. Und stellen Sie sich jetzt einen Ort vor, wo Sie sich so richtig wohlfühlen. Was sehen Sie dort? Nehmen Sie sich ruhig ein bisschen Zeit für diese Übung.

Und jetzt lassen Sie mich raten. Sie haben von einer schönen, unberührten Landschaft geträumt. Von Wasser, von grünen Wiesen, von sauberer Luft und einer ruhigen Umgebung. Und lassen Sie mich raten, was Sie nicht gesehen haben: Autos. Und trotzdem ist das Auto allgegenwärtig in unserem Alltag. Genau das ist der Grund, warum ich mich bei der Radlobby engagiere. Ich will an meinem Traumbild in meiner direkten Umgebung mitbasteln. Wo meine Kinder auch auf der Straße spielen können. Ich konnte das noch. Mein Bruder Harald und ich haben auf Asphalt Fußball gespielt. Jetzt geht das nicht mehr – die ganze Gasse ist verparkt.

Wenn in Ihrer Traumreise trotzdem ein Auto aufgetaucht ist, dann müssen wir drüber reden. Am besten gleich am 19. September. Da können Sie mit mir zum Thema „Meine Mobilität ohne Auto“ diskutieren. Im Vortragssal des Stadttheaters geht’s ab 18.30 Uhr um autofreie Siedlungen, Carsharing, E-Fahrzeuge und natürlich das schnellste Gefährt in der Stadt – das Fahrrad.


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Viel Lärm um eine Unterschrift

Der WNN-Radfahrer Hannes Höller, WNN 6/2013

Aus Erfahrung wird man klug. Bestes Beispiel dafür ist die Einführung von Tempo 30-Zonen in Städten. In Graz war 1992 eine Mehrheit dagegen. Heute ist die klare Mehrheit dafür. In Wiener Neustadt war der Gegenwind bei der Verkehrsberuhigung in den 90er Jahren nicht ganz so groß. Nicht wenige hielten Tempo 30 trotzdem für überzogen. Was schätzen Sie? Wie würde die Befragung „Soll in Ihrem Wohnviertel wieder Tempo 50 eingeführt werden“ jetzt bei uns ausgehen? Ich tippe auf nicht mal 10 Prozent Zustimmung.

Die Vorteile der Temporeduktion sind einfach zu offensichtlich. Die Sicherheit für schwächere VerkehrsteilnehmerInnen – vor allem Kinder – steigt schlagartig. Gleichzeitig sinkt der Lärmpegel. Denn auf Lärm vor der eigenen Haustüre reagieren die meisten allergisch. Jede fünfte Person in Österreich leidet laut VCÖ unter Autolärm. Niedrigere Tempolimits sind das beste Gegenmittel. Während bei 50 km/h das Rollgeräusch lauter als der Motorenlärm ist, fördert Tempo 30 den Verkehrsfluss. Die vom Menschen wahrgenommene Lärmreduktion beträgt 75 Prozent. Das hätte ich nicht gewusst.

Ja, wenn ich nicht von der europäischen Bürgerinitiative „30 km/h – macht Straßen lebenswert!“ gelesen hätte. Bis Ende des Jahres werden Unterschriften gesammelt. Ziel ist es, Tempo 30 europaweit als Höchstgeschwindigkeit in Wohngebieten rechtlich zu verankern. Durchzugsstraßen können ausgenommen werden.

Ich hab schon im Internet unterschrieben, machen Sie es auch. Damit auch andere Städte   auf einfachem Wege dem Neustädter Beispiel folgen können. Unterschriftenlisten liegen übrigens auch beim Portier im Alten Rathaus auf. Und sollte Sie das nächste Mal in einer 30er-Zone der Gasfuß jucken, dann denken Sie an die 75 Prozent weniger Lärm.


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Beleben wir die Innenstadt

Allzeit Neu-Radfahrer Hannes Höller, 8/2012

Ich als Radfahrer bin der bessere Kunde. Klingt überheblich, ist es aber nicht. Denn genau zu diesem Ergebnis kommt die Studie Radfahren und Einkaufen des Lebensministeriums.

Autofahrer.innen geben zwar pro Einkauf mehr Geld aus. Fußgänger.innen und Radfahrer.innen kommen aber öfter ins Geschäft. 80 % der Personen, die ein Fahrrad für den Einkauf nutzen, fahren zumindest mehrmals wöchentlich in die Handelsgeschäfte. Radfahrer.innen halten sich zudem länger in den Geschäften auf. Dadurch kann eine bessere Stammkundenbeziehung aufgebaut werden. Radfahrer.innen sind außerdem für Aktionen und Werbemaßnahmen empfänglicher. Mit dem Radverkehr lässt sich also besonders der innerstädtische Einzelhandel stärken.

Das Potential ist riesig. 2010 lag das Kaufkraftvolumen der Radfahrer.innen bei 2,5 Milliarden Euro. Der Marktanteil von 6,6 % wird mit dem sich abzeichnenden Anstieg des Radanteils kontinuierlich noch oben wachsen.

Was Innenstadtkaufleute als auch das Stadtbudget freuen wird: Die Förderung des Radverkehrs ist im Vergleich zu Bau und Erhalt von Parkhäusern oder Tiefgaragen spottbillig. Weniger Platz wird auch benötigt. Auf einem Autoparkplatz lassen sich neun Räder abstellen. Das heißt weniger Lärm, weniger Stau und weniger Abgase.

Ich als Radfahrer bin aber nicht nur der bessere Kunde, sondern auch der bessere Jobmotor. Die kleinstrukturierten Geschäfte in der Innenstadt bieten mehr Jobs als ihre großen Mitbewerber am Ortsrand. Jeder neu geschaffene Job an der Peripherie kostet langfristig vier Jobs in der Innenstadt.

Wir von der Radlobby DINAMo unterstützen die lokale Wirtschaft in der Innenstadt. Es gibt genug Ideen und Aktionen, die bereits in anderen Gemeinden erfolgreich umgesetzt wurden – nutzen wir sie.