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Alles rund ums Radfahren in Wiener Neustadt.


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Ich wundere mich

WNN-Radfahrer Hannes Höller, WNN 10/2015

Roland Düringer ist Ihnen wahrscheinlich ein Begriff. Er ist einer der prominentesten Kabarettisten Österreichs. Einer seiner bekanntesten Auftritte ist die “Wutrede”. In dieser rechnet er schonungslos mit dem System ab und schimpft humorvoll auf Politiker, Banken, Medien sowie das Ausbildungs- und Gesundheitssystem.

Seit Anfang September bin ich auch – wie das Düringer so schön formuliert – “fast ein bissi wütend”. Der simple Grund: meine Hannah geht jetzt in die Schule. Das stört mich natürlich nicht. Was mich aber stört, sind die Erlebnisse, die wir auf unserem Fahrrad am Schulweg machen. Keine Angst, ich werde jetzt nicht schimpfen. Ich wundere mich einfach nur.

Ich wundere mich über die vielen, vielen Autos. Ich wundere mich, warum Tempo 30 von so vielen scheinbar nur als nette Empfehlung angesehen wird. Ich wundere mich, warum die “Schulweg”-Schriftzüge auf den Straßen immer fetter werden. Ich wundere mich, warum teure Blinklichtanlagen installiert werden. Ich wundere mich, warum die Autos immer größer werden. Ich wundere mich, warum die Autos in zweiter, manchmal dritter Reihe stehen. Ich wundere mich, warum die Kinder bis zum Schultor geführt werden. Und ich wundere mich, wie es sein kann, dass mir die anderen – so richtig erfahrenen – Eltern im Schulhof versichern: “Das ist immer so.”

Ich wundere mich auch über die gut gemeinten Hinweisschilder der Stadt. “Achtung Kinder” steht dort drauf. Als ob unsere Kinder die Gefahr wären. Ich wundere mich über die Aktion Schutzengel. An sich eine sinnvolle Initiative des Landes Niederösterreich, die viele Tipps zum sicheren Schulweg liefert. Der simple – für mich aber wichtigste – Hinweis fehlt aber: “Liebe Eltern, fahrt nicht so oft mit dem Auto”.

Danke an alle Eltern, die ihre Kinder mit dem Rad, zu Fuß oder dem Bus in die Schule bringen. Und danke an alle Eltern, die ihre Kinder selber gehen, mit dem Rad oder Bus fahren lassen.

Weitere Infos & Tipps:

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Plus/Minus der Radlobby – Oktober 2015

🙂 Partsch-Gasse: Der sanierungsbedürftige Belag auf dem stark frequentierten Rad- und Gehweg zwischen Pöckgasse und Auffahrt zum Bahnhof wurde neu asphaltiert.

🙂 Lastenrad: 2700 Das City Magazin” und das Frontale Filmfestival nutzen für Transporte jetzt das Lastenrad der Radlobby.

😦 Radständer: In vielen Wohnanlagen kommt es zu Fahrraddiebstählen. Meist dort, wo es an sicheren Radabstellanlagen mangelt. Tipp für Gemeinden, PlanerInnen und Wohnbaugenossenschaften: Leitfaden Fahrradparken.

🙂 Tempo 30: Ausweitung der verkehrsberuhigenden 30er-Zone auf die Straße “An der Zeiselmauer” südlich des Akademieparks.

Die Plus/Minus-Rubrik wird von der Radlobby Wiener Neustadt erstellt und erscheint auch in den Wiener Neustädter Nachrichten – dem Amtsblatt der Stadt Wiener Neustadt.

Schick uns Dein Plus/Minus: Mail mit Name und Kurzbeschreibung an wiener.neustadt@radlobby.at.


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Plus/Minus der Radlobby – September 2015

🙂 Tempo 30: Ausweitung der verkehrsberuhigenden 30er-Zone auf die gesamte Raugasse und Lückenschluss in der Pernerstorferstraße.

😦 Achtersee: Die Zukunft des Freizeitareals ist ungewiss. Der bereits errichtete Autoparkplatz ist Anziehungspunkt für viele BesitzerInnen (großer) Hunde aus der ganzen Umgebung.

🙂 Segway: Neue Fahrräder sind in Wiener Neustadt unterwegs und am Domplatz zu leihen. In Österreich gilt ein Segway bis 25 km/h offiziell als (Elektro-)Fahrrad.

🙂 Tuesday Nightskating: Hunderte Inline SkaterInnen und auch immer mehr Radfahrende rollten von Mai bis August im Zwei-Wochen-Rhythmus durch die Stadt.

Die Plus/Minus-Rubrik wird von der Radlobby Wiener Neustadt erstellt und erscheint auch in den Wiener Neustädter Nachrichten – dem Amtsblatt der Stadt Wiener Neustadt.

Schick uns Dein Plus/Minus: Mail mit Name und Kurzbeschreibung an wiener.neustadt@radlobby.at.


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Plus/Minus der Radlobby – April 2015

🙂 Plus/Minus: Diese Plus-Minus-Rubrik der Radlobby Wiener Neustadt wird auch nach dem politischen Wechsel im Amtsblatt der Stadt Wiener Neustadt abgedruckt.

😦 Eyerspergring: Ab Ende März wurde der Ring für Autos auf Probezeit durchgängig geöffnet – leider ohne fachliche Aufarbeitung in Verkehrsausschuss oder Verkehrsbeirat. Kritik der Radlobby.

🙂 Eyerspergring: Eine Bikebox wurde an der Kreuzung Ring/Grazer Straße eingerichtet. Durch diesen vorgezogenen Haltebereich können Radfahrende bei roten Ampeln bequem an den wartenden Autos vorbeifahren und sich einordnen. Lob und weitere Vorschläge für Bikeboxen von der Radlobby.

🙂 Brunner Straße: Die AnrainerInnen-Initiative setzt sich mit Protestkarten und Mailings für den Erhalt der verkehrsberuhigenden Tempo-30-Lösung ein.

Die Plus/Minus-Rubrik wird von der Radlobby Wiener Neustadt erstellt und erscheint auch in den Wiener Neustädter Nachrichten – dem Amtsblatt der Stadt Wiener Neustadt.

Schick uns Dein Plus/Minus: Mail mit Name und Kurzbeschreibung an wiener.neustadt@radlobby.at.


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Einführung „Rechtsvorrang“ in 30er-Zonen wird überprüft

In seiner vierten Sitzung im Jahr 2014 beschloss der Wiener Neustädter Gemeinderat gestern mehrheitlich (gegen die Stimmen der ÖVP-Fraktion) die Überprüfung der Einführung des „Rechtsvorranges“ in den 30 km/h-Zonen im Stadtgebiet. Der Amtssachverständige des Landes NÖ soll dabei mit eingebunden werden.

Presseaussendung der Stadt Wiener Neustadt, 25. September 2014.


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Radlerin des Monats Mai: Erika Lachner (55, Innenstadt – Akademiepark)

„Mit diesem Rad kann man aber nicht täglich fahren.“ Erika Lachner zeigt auf ein schönes, altes Rad. „Die Reifen sind nicht optimal. Ich habe für den Winter ein eigenes Fahrrad, mit breiteren Reifen. Schließlich fahr ich durch die Akademie“, plaudert die wn.Radlerin des Monats Mai über ihre Radausstattung. Dazu gehört auch ein Regengewand. „Das hab ich immer bei mir. Einmal hab ich mich auf die Prognose verlassen und schon war ich waschelnass. Jetzt ist es kein Problem mehr.“

Jetzt hat sie ihr Sommerrad im Betrieb. Zu diesem gehören auch zwei Körbe – je einer vorne und hinten. Diese werden täglich gefüllt. Mit ihren privaten Einkäufen und mit Medikamenten. Denn seit 24 Jahren arbeitet sie bereits in der Apotheke Zur Mariahilf. Eine ihrer schönen Aufgaben ist die Belieferung des Stadtheimes. Mit dem Rad fährt sie über die Ungargasse Richtung Stadtheim. Genau dort sieht sie auch dringenden Handlungsbedarf: „Die Kreuzung Ungargasse/Am Kanal ist gefährlich. Dort gehört unbedingt etwas gemacht. Die Autos sind viel zu schnell unterwegs und überholen sogar noch, wenn ich Handzeichen gebe und schon zum Abbiegen ansetze.“

Was ihr am Radfahren am besten gefällt? „Radfahren ist mein Hobby. Es ist schön, wenn man sein Hobby ganz einfach in den Alltag einbauen kann.“

Text: Hannes Höller. Fotos: Alexander Hawel

RadlerInnen des Monats: Kennen Sie wen, den Sie gerne nominieren würden oder sind Sie selbst geeignet, dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Die RadlerInnen des Monats werden auch in der NÖN – Wiener Neustadt vorgestellt.


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Radler des Monats April: Norbert Horvath (34, Josefstadt)

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Von Andorra in die Josefstadt

Ein Rad von der Stange kommt für ihn nicht in Frage. Norbert Horvath war schon immer ein Bastler. Ein verspielter noch dazu. „Ich hab mir mein altes Bike-Polo-Rad umgebaut. Das Herzstück sind der Rahmen, der aus Andorra kommt, und das wendbare Hinterrad“, beschreibt er sein Zweirad. Joker, wie ihn eigentlich alle nennen, hat eine kleine Bike-Polo-Szene in Wiener Neustadt aufgebaut. „Wir haben immer sonntags am Maria-Theresia-Platz in der MilAk gespielt.“ Höhepunkt der sportlichen Karriere war ein Turnier im Rahmen des Wiener Neustädter Jugendkulturfestivals „Invasion“. Joker war dabei in doppelter Funktion tätig: als Spieler und als Mitarbeiter des Jugend- und Kulturhauses Triebwerk auch als Organisator.

Entspanntes Verhältnis zur Mobilität

14 Jahre lang war er im Triebwerk am Alten Schlachthof tätig. Den täglichen Radweg von der Josefstadt zu seinem neuen Arbeitgeber musste er trotzdem nicht neu erkunden. Er ist einfach ein Gebäude weitergezogen und ist jetzt für die Arbeits- und Beschäftigungsinitiative Phönix tätig. „Meine zwei Schwerpunkte sind der Aufbau eines Ökogartens und eine Manufaktur – eine spannende Aufgabe.“  Spannend ist auch sein entspanntes Verhältnis zur Mobilität. „Ich hab erst vor zwei Jahren mit 32 den Führerschein gemacht. Aber nur, weil ich ihn beruflich gebraucht habe. Ich hab mir dann ein Auto gekauft und nach acht Monaten wieder verkauft. Mir war schnell klar, dass das wirklich nicht notwendig ist in Wiener Neustadt. Ich war schon immer ein Radfahrer und bleibe das auch.“ Auch wenn ihn manches nervt: „Ich komm viel in Neustadt herum, die Mießlgasse ist aber sicher die Straße, bei der sich die wenigsten Autofahrer an Tempo 30 halten.“

Jokers Tipp: „Österreich radelt zur Arbeit“

95 % der Wege sind in Neustadt mit dem Rad zu schaffen. Mein Tipp für Umsteiger: Im Mai bei der Aktion „Österreich radelt zur Arbeit“ mitmachen. Gemeinsam mit ArbeitskollegInnen macht es noch mehr Spaß. Dann kommen auch Sie drauf, dass viele Wege mit dem Rad zu schaffen sind.“

Text: Hannes Höller. Fotos: Alexander Hawel.

RadlerInnen des Monats: Kennen Sie wen, den Sie gerne nominieren würden oder sind Sie selbst geeignet, dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Die RadlerInnen des Monats werden auch in der NÖN – Wiener Neustadt vorgestellt.