wn.radelt

Alles rund ums Radfahren in Wiener Neustadt.


Hinterlasse einen Kommentar

Eine Karte für ein Lächeln

WNN-Radfahrer Hannes Höller, WNN 07/2014

Kennen Sie das schöne Gefühl, wenn Sie jemanden zum Lächeln gebracht haben? Einfach herrlich. Mir passiert das in letzter Zeit öfters. Der Grund dafür hat einen Namen: unsere Dankeschön-Aktion im Rahmen der Radkampagne wn.radelt.

Wir wollten einfach einmal den Radelnden in Wiener Neustadt Danke sagen. Danke, dass sie mit dem Rad unterwegs sind. Danke, dass sie dadurch andere motivieren, ebenfalls umzusteigen. Und Danke, dass sie es sind, die die Stadt ruhiger und lebenswerter machen. Wir haben uns dann dazu entschlossen, Kärtchen zu verteilen. Kärtchen, auf denen nicht bloß groß Danke oben steht, sondern die ein schönes Gefühl wecken. Herausgekommen sind die, hier bereits präsentierten, HeldInnen-Karten. „Du bist mein Held!“ steht vorne oben und hinten ein kleines Dankeschreiben. Die Karte kann zudem weitergegeben werden, falls eine Heldin oder ein Held jemanden anderen kennt, auf den die Beschreibung ebenso gut passt.

Und so läuft das dann in der Praxis ab. Auf meinen Alltagsradwegen bleib ich neben anderen RadlerInnen stehen und verteil die Karte. Besonders gerne mache ich das am Samstag am Hauptplatz. Da hol ich mir Obst, Gemüse, Milch, Gebäck und was ich sonst so brauche und was mich sonst so anlacht – nebenbei gebe ich die Karten aus. Die bisherigen Reaktionen haben meine Erwartungen sogar übertroffen. Zuerst ein Lächeln und dann folgen Sätze wie „ich fahr ja schon immer Rad“, „ohne Rad kann ich es mir in Neustadt gar nicht vorstellen“, „hab schon gehört von der Radkampagne, gefällt mir“ oder„das ist aber nett, Held hat noch keiner zu mir gesagt“.

Vielleicht kreuzen sich ja auch unsere Wege. Je öfter Sie mit dem Rad unterwegs sind, desto besser stehen Ihre Chancen auf ein Lächeln. Wenn ich Sie nicht erwische, dann nehmen Sie trotzdem die Botschaft mit: Echte HeldInnen fahren Rad.

Advertisements


Ein Kommentar

43 Muskeln kommen in Fahrt

Der WNN-Radfahrer Hannes Höller, WNN 5/2013

Es passiert ganz automatisch. Und es passiert immer wieder. Ich brauch nur ein bisschen in die Pedale zu treten und spätestens nach der ersten Kurve geht es schon los. 43 meiner Muskeln setzen sich in Bewegung.

Vielleicht erkläre ich es Ihnen ganz einfach mit den Worten des bekannten deutschen Psychologen Michael Titze: Die Nase legt sich in Falten, die Nasenlöcher weiten sich. Der Zygomaticus-Muskel zieht den Mund nach oben und der Augenmuskel wird angespannt.

Wieder mit meinen Worten: Ein Lächeln huscht mir über die Lippen. Wenn Sie selber mit dem Rad fahren, wissen Sie wahrscheinlich längst, worauf ich hinaus will. Vor allem im eigenen Grätzel oder auf der Hausstrecke sieht man ständig wen, den man kennt. Und wie ich das so von meinen Eltern gelernt habe, folgt eines ganz selbstverständlich: Mein Morgen, Hallo oder Servus wird von einem Lächeln begleitet. 43 meiner Muskeln freuen sich, dass sie wieder Arbeit haben. Weil Lächeln ansteckend ist, spielt sich das gleiche Spiel auch bei dem ab, den ich gegrüßt habe. Das sorgt für beiderseits gute Laune.

Wenn Sie eher ein grummeliger Typ sind, können Sie diesem Automatismus natürlich auch einfach entgehen. Setzen Sie sich in Ihr Auto. Viel Blech rundherum ist schon mal ein guter Anfang. Dann können Sie sich einreden, dass Sie die Sonne blendet oder die Scheibe verwischt ist oder die Fahrt so gefährlich ist, dass Sie rundherum nichts mitbekommen. Und wenn man wen übersieht, braucht man auch nicht zu grüßen. Schon gar nicht zu lächeln, wäre ja noch schöner.

Das einzig Blöde daran: Für ein schön grummeliges Gesicht brauchen Sie noch mehr Muskeln – genau genommen 54.