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Alles rund ums Radfahren in Wiener Neustadt.


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Lassen Sie öfter einfach nur los.

WNN-Radfahrer Hannes Höller, WNN 04/2017

 

Sie wollen doch sicher, dass sich Ihr Kind gut entwickelt? Sie wollen, dass es selbstständig wird. Sie wollen, dass es lernt, wie es von A nach B kommt. Und sie wollen höchstwahrscheinlich auch, dass es gesund und fit ist.

Dann nutzen Sie den Schulweg. Dort kann all das trainiert und verbessert werden. Der Schulweg ist die erste weitere Strecke, die unsere Kinder ohne uns Eltern zurücklegen. Sie entdecken ihre Umgebung mit den eigenen Augen und aus dem eigenen Blickwinkel. Sie lernen, was es heißt, auf sich selbst aufzupassen. Das steigert das Selbstbewusstsein.

Der Alltag vor den Neustädter Schulen hat sich in den vergangenen Jahren genau in die andere Richtung entwickelt. Immer mehr Kinder werden mit dem Elterntaxi per Auto zur Schule gebracht. Wie das in Zahlen ausschaut, hat der Verein kultur.GUT.natur im Rahmen des Klimaschulenprojektes der Klima- und Energiemodellregion Wiener Neustadt erhoben. Drei Schulen wurden analysiert. Als Beispiel die Zahlen der Volksschule Otto Glöckel. Dort ist das Auto mit 27 % das häufigste Verkehrsmittel. Die Eltern wurden übrigens auch befragt, wie das in ihrer Kindheit war. Weniger als 5 % wurden damals mit dem Auto gebracht.

Erhoben wurden auch die Gründe, warum die Eltern ihre Kinder mit dem Auto chauffieren. Genannt wurden: gefährlich, schlechtes Wetter, schwere Schultasche und fahre gleich weiter. Argumente, die ich als Vater zweier Kinder natürlich auch kenne. Ich kann ihnen trotzdem sagen: es geht auch anders. Probieren Sie es aus. Üben Sie richtiges und sicheres Verhalten im Straßenverkehr und lassen Sie dann Ihre Kinder los. Es ist eine Umstellung, die sich auszahlt. Ihr Kind lernt nicht nur in der Schule, sondern auch auf dem Hin- und Heimweg im wahrsten Sinn des Wortes “für das Leben”.


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Henne, Ei und Schlange

WNN-Radfahrer Hannes Höller, WNN 09/2015

Das Henne-Ei-Problem kennen Sie wahrscheinlich. Jetzt beginnt wieder die Zeit, wo Sie genau dieses Phänomen von Montag bis Freitag auf unseren Straßen bestaunen können.

Ich gebe ihnen noch ein paar Zahlen mit auf den Weg. Eine Umfrage des Verkehrsclub Österreich könnte auch Sie ins Grübeln bringen. “Die Hälfte aller Eltern beurteilt die Verkehrssicherheit am Schulweg so schlecht, dass sie ihr Kind nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren lassen. Nur 15 Prozent kommen mehrmals die Woche mit dem Rad zur Schule, drei Viertel der Kinder nie”, steht dort. Ein Ergebnis, dass sich mit den Zahlen der letzten Erhebung des Mobilitätsverhaltens Wiener Neustadt deckt: “Der Anteil der Fahrradfahrer bei den Schülern ist in den letzten Jahren auf ein Viertel geschrumpft”.

Stecken wir also unsere Kinder in die Autos, dann sind sie sicher – oder? Ein Studie: Elterntaxi zur Schule ist ein Risiko: “Sein Kind mit dem Auto in die Schule zu fahren ist gefährlicher, als es selbst gehen zu lassen.”

Unser Verkehrsamt hat diesen Appell aufgenommen und versucht Bewusstsein für das Sicherheitsproblem “Elterntaxi” zu schaffen. An sieben Volksschulen wurde das “Verkehrsschlangenspiel Wiener Neustadt” im letzten Schuljahr durchgeführt. Zunächst wurde die Verkehrssicherheit rund um die Schule erhoben, danach wurden die Kinder zwei Wochen lang spielerisch ans Thema herangeführt. Eingebunden wurden auch die Eltern. Mit etwas Abstand zur Schule wurden Elternhaltestellen eingerichtet. Die Ergebnisse sprechen für sich. Beispiel VS Josefstadt: Zu Beginn wurden 102 von 190 Schülern mit dem Auto zur Schule gebracht. Danach an den besten Tagen nur mehr 25.

Damit es bei den Eltern langfristig “klick” macht, muss aber auch bei der Infrastruktur nachgebessert werden. Wieder das Beispiel Josefstadt. Dort flüchten die Rad fahrenden Eltern in der Mießlgasse mit ihren Kindern vor den Autos auf den Gehsteig. Einen Lösungsvorschlag haben wir von der Radlobby der Gemeinde bereits präsentiert. Wir sind zuversichtlich, dass wir schon bald gemeinsam die Situation verbessern.


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7 Schulen, 1 Ziel: selbstgemachten Verkehr verringern – 1 Jahr „Verkehrsschlangenspiel“!

Mit dem Ende des Schuljahrs neigt sich auch die Aktion „Verkehrsschlangenspiels“ an den Wiener Neustädter Volksschulen dem Ende zu. Ein Jahr lang wurde in den Volksschulen Josefstadt, Baumkirchnerring, Barwitzius, Ungarviertel und St. Christiana, Pestalozzi und Rudolf Wehrl Maßnahmen zur Veränderung des Mobilitätsverhaltens bei den Kids und Eltern umgesetzt. Das Ziel war klar: den motorisierten Individualverkehr  rund um die Schule – Stichwort „Elterntaxi“ – zu verringern!

VS Barwitzius Verkehrsschlange 1Die Schule ist nicht nur ein Lernort, sondern auch ein Verkehrserzeuger!

Jeden Tag entsteht direkt bei der Schule ein erhebliches Verkehrsaufkommen. Zwei von drei Eltern bringen ihre Kinder dabei mit dem Auto zur Volksschule, obwohl sie in der näheren Umgebung wohnen. Durch die ankommenden, abfahrenden und parkenden Autos entsteht im Schulumfeld neben einem zähen Verkehrsfluss, umweltschädlichen Emissionen und Lärm auch ein zunehmendes Sicherheitsrisiko für die Kinder. Damit der Schulweg von Kindern  wieder gefahrlos und eigenständig erlebt werden kann, ist eine Verkehrsberuhigung – vor allem des hausgemachten Verkehrs – im Schulumfeld notwendig.

Die Aktion „Verkehrsschlangenspiel“

Den Beginn machten Lehrerinnen Mobilitäts-Workshops (Hintergrund-Infos, Erhebung Verkehrssituation, Lehrbehelfs- und Spielmaterialien, etc.) an den beteiligten Schulen. Danach wurden die Kinder zwei Wochen lang spielerisch und unter Einbindung der Eltern (Elternbriefe, „Elternhaltestellen“, etc.) zum Verzicht des Autos am Schulweg motiviert. Weitere drei Wochen später wurden die Ergebnisse an jeder Schule evaluiert. Und diese können sich durchaus sehen lassen: Zum Beispiel waren es an der Volksschule Josefstadt zu Beginn noch 102 von 190 Schüler die mit dem Auto zur Schule kamen. Danach: an den besten Tagen nur mehr 25!

Josefstadt vivi1

Das „Verkehrsschlangenspiel“ ist Teil des europaweiten „Traffic Snake Game“ Netzwerkes, an dem sich 17 europäische Länder beteiligen. In Österreich werden die Aktionen vom Institut für Verkehrspädagogik (IVP)  durchgeführt.


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Plus/Minus der Radlobby – Oktober 2014

🙂 Einbahnöffnung: Für RadlerInnen geöffnet wurden die Anton Bruckner Gasse, Hochburggasse, Industriegasse, Josef Strauß Gasse, Siglgasse und Vereinsgasse.

😦 Elterntaxis: Auch dieses Schuljahr startete in ganz Wiener Neustadt wieder das gefährliche Elterntaxi-Chaos. Halteverbote und Polizeikontrollen rund um Schulen fehlen noch immer..

😦 Am kleinen Lazarett: Ein Schranken behindert vor allem für RadfahrerInnen mit Radanhängern, LastradfahrerInnen oder DreiradnutzerInnen die wichtige internationale Hauptradroute EuroVelo 9. Vorschlag der Radlobby: Schranken kürzen, damit eine Durchfahrt von 1,5 m Breite möglich ist – PKWs können weiterhin nicht passieren.

🙂 Civitas Nova: FachhochschülerInnen sammeln Unterschriften für eine bessere Radanbindung der Civitas Nova an die Innenstadt.

Die Plus/Minus-Rubrik wird von der Radlobby Wiener Neustadt erstellt und erscheint auch in den Wiener Neustädter Nachrichten – dem Amtsblatt der Stadt Wiener Neustadt.

Schick uns Dein Plus/Minus: Mail mit Name und Kurzbeschreibung an wiener.neustadt@radlobby.at.